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Für alle, die es interessiert!

Ich bin Alkoholiker, damit sollte ich wohl anfangen. Ich fange damit an, weil ich im folgenden erklären will, was das bedeutet, oder zumindest was das meiner Meinung nach bedeutet und weil ich für alle die das lesen verdeutlichen will, was sich im Hirn eines Alkoholikers meines Typs abspielt. Es nimmt vielleicht ein paar Vorurteile und bietet etwas Einblick in eine Anhäufung von noch werdenden Problemen in meinem Kopf und außen herum.
Ich bin offen und ehrlich und alles, was ich schreibe ist wahr und ich versuche, es so gut wie möglich zu beschreiben, allein schon für mich selbst, als Aufzeichnung, dessen, was passiert. Es versteht sich von selbst, dass ich jegliche persönliche konkrete Daten außen vor lasse.

Nun Alkoholiker zu sein heißt zunächst mal, schon ein hartes Leben führen, gerade wenn man sich dessen bewusst ist.
Es gibt mit Sicherheit tausende, wenn nicht Millionen Alkoholiker, die sich ihrer Sucht nicht bewusst sind und sie mit logischen Argumenten abstreiten.
Diesen Menschen rufe ich zu: Glaubt, was ihr wollt, ich glaube und erfahre am eigenen Leib, wie es sich entwickelt hat und wohin es geführt hat. Zugegeben mag ich für die Sucht im Allgemeinen anfällig sein. Rein psychologisch glaube ich, dass ich, dass ich mit Rauschmitteln eine fehlende Liebe in meiner Kindheit ersetze. Das resultiere ich daraus, dass es immer nur Frauen waren, die mich vor Alkohol bewahren konnten.
In meinem hat sich mein Alkoholismus sehr langsam und schleichend entwickelt, wie das vermutlich so typisch ist. Ich habe es anfangs auch selbst nicht gemerkt. Es war doch noch normal, jedes Wochenende Bierchen mit Freunden zu zischen oder auch mal feiern zu gehen, auch mal heftiger...
Es war immernoch normal, die traditionellen Feste und komischen zu Saufgelagen umfunktionierten Bräuche zu begehen und zu begießen - das tat jeder.
Aber dann kamen Drogen ins Spiel. Ich war eine Zeit lang abhängig von einer Droge, die ich als den Beginn meiner eigentlich Alkoholkrankheit erwähnen muss. Seitdem mein Konsum dieser Droge aprupt endete, als sie illegal wurde und die Kriminalpolizei in ganz Deutschland Razzien durchführte - so auch bei mir.
Nun, von da an ersetzte ich die Droge zum Einen mit Alkohol, zum Anderen spüre ich seitdem den gleichen Entzugsschmerz wie beim Konsum dieser Droge damals auch immer bei Alkohol. Es ist ein hässliches Gefühl und es ist vielschichtig, denn es kann unterschiedliche Stufen annehmen.

Gerade, als ich diese Zeilen schreibe, es ist 07:23 Uhr, ich habe eine harte Nacht hinter mir, habe nicht geschlagen, sondern Filme gesehen: Entzug, seit Sonntag Morgen, nach einer längeren Alkoholperiode. Wenn ich mich beschäftige geht es. Ich sehe mir meistens Dokumentationen oder Filme an und konzentriere mich so nicht so sehr auf meinen Entzugsschmerz. Es ist nicht wirklich ein Schmerz, eher ein unangenehmes Körpergefühl.
Ich bin gerade selbst beeindruckt, wie diese Zeilen aus mir herausfließen, denn ich kann mich eigentlich nicht besonders lange konzentrieren und mir schießen tausend Gedanken durch den Kopf und meine Fingerspitzen fühlen sich an, als wären sie aus Samt und die Berührung auf der Tastatur kommt mir feucht und viel zu warm vor. Wenn ich mich nicht konzentriere, werden mein Hände schnell schwitziger... es fühlt sich an, wie zu viel Energie, die aus meinem Körper muss. Ich bin träge geworden, habe seit vor mehreren Tagen das Haus eigentlich nie verlassen... nicht einmal den Briefkasten geleert... die Alkoholperioden lassen mich immer sehr verwahrlosen. Dann poliere ich mich wieder auf und mache Pause, manchmal kürzer, manchmal länger. Oft dauert es nicht lange, bis ich wieder trinke.
Diese Energie lässt mich ständig zappeln oder mit den Zähnen mahlen oder zittern. Wenn ich mich konzentriere kostet mich das auch Kraft und so lasse ich langsam Energie ab. Mir wurde bereits geraten Sport zu machen, aber ich war noch nie besonders sportlich und ich bin faul.
Ich will nicht alles auf einmal verraten, außerdem fühle ich mich nicht besonders wohl. Ich rieche nach Schweiß und werde duschen gehen. Mein Magen fühlt sich komisch an, wenn ich etwas esse, deshalb habe ich das seit gestern früh im Grunde nicht getan. Als ich es mit Pizza versucht habe, ist mir übel geworden und mein Magen hat sich den ganzen Tag im Kreis gedreht.
Habe mir vorgenommen, heute etwas kreativ zu werden und einen guten Freund, der mich dabei unterstützt... mal sehen!

Eins noch, für alle, die es bis hierher geschafft haben:
Beleidigungen jeglicher Art - weshalb auch immer - und rührseelige Anteilnahme oder superduper Ratschläge bitte ich zu unterlassen. Ich beschwere mich hier nicht, sondern lasse Interessierte an dieser Entwicklung teilhaben... - wie das offensichtlich Tausende und Abertausende tun. Ich habe eben ein vergleichsweise abswechslungsreiches Thema und spreche darüber ungeschönt.
Ich freue mich, wenn Euch mein Schreibstil gefällt oder ihr mich heiraten wollt, aber bitte keine "Mach das mach das..." o.Ä.

Jo na dann: Mal sehen, wie lang ich das durchhalte! Bis denne...
18.11.13 07:07
 


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